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9. Kapitel: Alles eine Frage des Timings

 

9. Kapitel: Alles eine Frage des Timings

Geheimnisse leben davon, dass sie geheim sind. Philipp macht es heute besonders spannend. Er will mich unbedingt sprechen. Keinesfalls zu Hause, so sein Wunsch. Ich solle in die Kaiserhofstraße kommen. Kaiserhofstraße? Ich überlege angestrengt, was ich mit der Kaiserhofstraße in Verbindung bringe. Mir fallen nur ein paar Boutiquen ein und der Elektronikfachmarkt. Etwas nördlicher davon liegt die Alte Oper. Dafür wäre es eindeutig zu früh am Nachmittag. Egal, wie oder was: Ich hoffe jedenfalls auf keinen erneuten Romantik-Ausbruch. Eine Liebeserklärung in der Innenstadt hätte mir gerade noch gefehlt. Zumal ich wetten könnte, dass genau in dem Moment zufällig Thomas um die Ecke kommt. Bei derlei Timing meint es das Schicksal immer besonders gut mit mir. Oder besser gesagt: Man könnte mich auch als die Pechmarie von Frankfurt bezeichnen, was das angeht. Das zieht sich durch mein komplettes Leben: Der erste Kuss von Philipp im Park, so richtig mit Zunge. Wer kreuzt in dem Moment auf? Mutti! „Ach Amelie, du auch hier? Hallo junger Mann, wer sind Sie denn? Amelies neuer Freund? Na, endlich besinnt sie sich mal auf ein brauchbares Beuteschema. Ihre bisherigen Freunde, ich kann Ihnen sagen, alles nur Machotypen mit dicken Oberarmen und null Grips im Kopf. Wie ich sehe, sind Sie eher der schlanke Typ. Amelie, du solltest deinen neuen Freund mehr verwöhnen. Der Arme fällt ja fast vom Stängel.“

Dass Philipp mich nach dieser Begegnung weiterhin treffen wollte, grenzt an ein Wunder. Danach ließ Mutti es sich bei keinem Besuch bei ihr zu Hause nehmen, Philipp die doppelte Portion Essen auf dem Teller zu platzieren. Er verputzte alles brav bis auf den letzten Krümel. Das gab mir arg zu denken.

Oder als ich während meiner kurzzeitigen Revoluzzer-Zeit kurz nach meinem 18. Geburtstag zum ersten Mal einen Sexshop aufsuchte. Ich konnte es kaum erwarten, das zu tun. Kein Wunder, wenn du von deiner Mutter zu Hause in deiner sexuellen Entwicklung völlig ausgebremst wirst. Sie war schon immer verklemmt. Sofern auch nur ansatzweise ein Stück nackter Busen in der Flimmerkiste aufblitzte, griff sie hektisch zur Fernbedienung und wechselte das Programm. Eine solche mütterliche Prägung wiegt schwer. Bei allem Revoluzzer-Dasein traute ich mich daher nur mit entsprechenden Verkleidungsmaßnahmen in den Shop. Ich hatte einen lila-grün gemusterten Schal um den Kopf gewickelt, sehr edel aus Seide. Damit sah ich aus wie Grace Kelly, wobei ich denke, dass sie bestimmt nie einen Sex-Shop betreten hat. Komplettiert wurde meine Verkleidung mit einer dicken Sonnenbrille, die mein halbes Gesicht bedeckte. Und vorsichtshalber, sicher ist sicher, hatte ich den großen Stehkragen meines Trenchcoats ganz nach oben geschlagen. Ich fühlte mich damit bombensicher getarnt wie ein Geheimagent mitten im Großeinsatz. Niemand würde mich so erkennen, davon war ich fest überzeugt. Bis plötzlich mein Klavierlehrer an der Kasse hinter mir stand, als ich das erste Sextoy meines Lebens über die Ladentheke schob. Meine Tarnung war in dem Moment aufgeflogen, als ich mich zufällig nach hinten umdrehte, meine Brille dazu kurz absetzte und in seine vor Schreck weit aufgerissenen Augen blickte. Ich las blankes Entsetzen darin. Zwei Tage nach dieser Begegnung fischte ich ein Schreiben von ihm aus dem Briefkasten, dass er unsere Klavierstunden aufgrund Zeitmangels mit sofortiger Wirkung beenden müsste. Wahrscheinlich reiner Eigenschutz. Der Gute lebte streng religiös. Seine Ehefrau wäre von seinem Besuch im Sexshop wohl genauso wenig begeistert gewesen wie der liebe Gott. Somit trennten sich unsere Wege schlagartig. Auch besser so, ich hatte eh andere Pläne, als jeden Tag auf diesem Klavier herumzuklimpern.

Der Knaller an schicksalhafter Spontan-Begegnung allerdings fand erst vor Kurzem statt. Meine Güte, wie peinlich! Dabei ist meine Schamgrenze mit zunehmendem Alter nahezu undurchdringbar. Müsste ich aus unerfindlich dringenden Gründen nackig die Goethestraße runterrennen, würde ich genau das tun. Besagter Vorfall von neulich aber bescherte mir beinahe die erste Ohnmacht meines Lebens.‘

Mädelsabend! Ich saß mit meiner besten Florence gemütlich in einem schicken Restaurant. Durch unsere Kehlen floss bereits ein edles Fläschchen Bordeaux Pontet Canet. Man gönnt sich ja sonst nichts. Die Stimmung könnte man also als überaus lustig bezeichnen. Ich reserviere uns für jeden Mädelsabend grundsätzlich den Tisch hinten rechts. Auf der Rück- und einer der Frontseiten steht er direkt an der Wand. Nach vorne ist er wiederum durch eine kleine Insel von Palmen optisch wie räumlich von den weiteren Tischen abgetrennt. Ich mag es, Privatsphäre zu haben beim Essen. Schon allein wegen der Gespräche, die ja nicht das halbe Restaurant mitkriegen sollen. Sehr wichtig bei einem Mädelsabend, wie jede Frau weiß.

„Wie lange nicht?“, fragte Florence geschockt.
„Sechs Monate, Florence. Sechs Monate!!!“
„Ihr hattet sechs Monate keinen Sex?“
„Wie denn auch, wenn du nur Kinder-Kussis kriegst.“
„Da musst du was machen, Amelie!“
„Was denn? Da könnte ich mit Lack und Leder sowie Peitsche daherkommen. Philipp würde dann nur fragen, ob das mein geplantes Outfit für Fasching ist.“

Was in so einem Moment unter Frauen abgeht, kann sich kein Mann je vorstellen. Wir besprachen die weiteren schlüpfrigen Details. Da kennen wir Frauen keine Gnade.

„Der Buchebursch ist bestimmt anders.“
„Der Sänger von Stoßfels? Ja, voll der kernige Typ. Den würde ich nicht von der Bettkante soßen, hihi“. Die zweite Flasche Rotwein zeigte bei Florence deutliche Wirkung. Bei mir leider auch, denn es führte dazu, dass ich Florence in allen Einzelheiten schilderte, wie Buchebursch das im Gegensatz zu Philipp mit mir wohl anstellen würde, wenn er mich in Lack und Leder vor sich stehen hätte. Fifty Shades of Grey ist der reinste Kinderkram dagegen.

„Ich wünsche den Damen noch einen schönen Abend. Vielleicht sieht man sich ja in vier Wochen in Hamburg“, klang es plötzlich hinter der Palmenoase hervor. Ein Typ, der dem Sänger erschreckend ähnelte, legte uns zwei Karten zum Stoßfels-Konzert in Hamburg auf den Tisch. Florence wurde blass und erstarrte zur Salzsäure. Ich, höflich wie immer, sagte noch instinktiv „Danke schön“, bevor ich fast die Englein singen hörte.

Bis zur Beinah-Ohnmacht wird es heute hoffentlich auch nicht kommen mit Philipps geheimnisvoller Überraschung in der Kaiserhofstraße. Wie üblich: Auf den ersten Blick kein freier Parkplatz in der Innenstadt in Sicht. Das kann mich kaum aus der Fassung bringen, da ich mit meiner Rennsemmel immer und überall unterkomme. Wer schon mal Rennsemmel gefahren ist, weiß, wovon ich spreche. Die kannst du sogar in einem Schuhkarton abstellen. Quer wohl gemerkt! Außerdem sollte man die Dinge des Lebens positiv sehen. Daher ist das Glas bei mir auch stets halb voll. Weil ich das so will! Klappt immer, wie man sieht, denn ich lenke meine Knutschkugel gerade in die freie Schuhschachtel am Ende der Kaiserhofstraße und mache mich auf den Weg zu Philipp. Einhundert lange Meter, in denen ich mich unentwegt frage, was gleich auf mich zukommen mag.

Ich überdenke die Möglichkeiten. Alles in Richtung Leidenschaft und Erotik kann ich schon mal ausschließen. Das passt nicht so recht in Philipps enthaltsame Stimmungslage, aus der er hoffentlich alsbald wieder herauskommen möge. Da ich so schnell wie möglich erfahren möchte, worum es geht, habe ich ein ganz schönes Tempo drauf bei meinem Fußmarsch. Dabei vergesse ich total, auf die gängigen Verkehrsregeln zu achten. Von rechter Hand kommt ein Mann in schwarzer Arbeitskluft auf mich zugelaufen. Ich renne ihn fast über den Haufen.

„Oh, Entschuldigung, hab Sie gar nicht gesehen. Ich weiß, rechts vor links. Sie hatten Vorfahrt.“
Er lacht.
„Das sehen Sie falsch!“, entgegnet er. Keine Ahnung warum, aber in meinem Bauch kribbelt es ganz komisch, als ich ihn mir genauer anschaue. Ich schiebe das auf den Hunger. Ich habe ja ständig Hunger, aktuell sogar schwerwiegend. Zuerst aber soll die Überraschung geklärt werden.
„Sie laufen auf einer Vorfahrtsstraße und sind damit eindeutig im Recht“, ergänzt er seine Ausführungen. Ich fühle mich dabei dreißig Jahre zurückversetzt in die theoretische Führerscheinprüfung. Vieles davon habe ich inzwischen schon wieder vergessen. Vor allem die komplizierten Abstandsregeln, wie weit weg ich mindestens bleiben muss, um an bestimmten Stellen parken zu dürfen. Alles höchstseltene Fälle, die praktisch sowieso nie in Betracht kommen würden. Die Vorfahrtsregeln, ja, die habe ich als Rennsemmlerin natürlich voll im Griff. Als Fußgängerin bin ich da allerdings eher ungeübt. Ich schaue mir die Begebenheiten vor Ort genauer an. Stimmt! Ich hatte tatsächlich Vorfahrt. Dabei erfasse ich jetzt auch, welcher beruflichen Zunft der Herr entspringt. Er ist Dachdecker. Erkenne ich sofort an seiner Kleidung. Wir hatten dieses Jahr zwei Kollegen bei uns zu Hause, als Sturmtief Hannah uns im März zwei Dachziegeln vom Dach fegte. Mein Hunger und auch Philipps geheimnisvolle Überraschung sind kurzzeitig vergessen. So kenne ich mich gar nicht. Ich kriege kein Wort mehr heraus.

„Falls Sie mal Probleme mit dem ‚Oberstübchen‘ haben sollten, rufen Sie mich gern an“, meint Herr Dachdecker, grinst ziemlich frech und reicht mir seine Visitenkarte rüber. Da ich meine Worte immer noch nicht zurückgefunden habe, sage ich nur „Danke!“ Schon ist er weg – auf der Vorfahrtsstraße in entgegengesetzter Richtung.

Die restlichen Meter bis zum vereinbarten Treffpunkt hat ein anderes Oberstübchen sehr viel zu verarbeiten. Das potenziert sich in dem Augenblick, als ich direkt vor der mit Philipp vereinbarten Hausnummer stehe. Ein Babyausstatter? Ich kann mir keinen Reim darauf machen, denn ich fühle mich da thematisch nicht wirklich angesprochen. Hey, ich bin 49. Da sind Frauen so langsam aus dem gebärfähigen Alter raus und haben andere Zukunftspläne, als Windeln zu wechseln. In dem Alter trampen wir mit dem Rucksack um die Welt oder machen den Motorradführerschein. Das löst Glücksgefühle aus. Uns Babyschnodder von der Bluse zu wischen, findet sich auf unserer Glücks-Skala eher im unteren Bereich – wenn überhaupt. Philipp dagegen verhält sich in letzter Zeit irgendwie anders. Er ist noch sensibler als sonst. Bei Kleinigkeiten steigen ihm sofort Tränen in die Augen. Vor allem bei seinen geliebten Rosamunde-Pilcher-Filmen. Midlife-Crisis? Hormonschwankungen? Ich will nicht hoffen, dass das bei ihm nun eine Art Torschlusspanik im Sinne von „Ich brauche unbedingt noch einen Stammhalter, bevor ich aus dieser Welt scheide“ ausgelöst hat.

„Da bist du ja, hallo Amelie!“ Philipp taucht vor mir auf und begrüßt mich mit dem obligatorischen Kinder-Kussi. Er grinst bis hinter beide Ohren und ist offensichtlich nervös.
„Philipp, was machen wir hier vor einem Babyausstatter?“, will ich direkt wissen. Ich komme gern gleich zur Sache. Spart eine Menge Zeit und Energie, die ich für anderes aufwenden kann. Zum Beispiel meine heiß geliebten Möbel zu restaurieren. Dabei kann ich besser entspannen als bei jeder Meditation. Ich entschwinde dazu in meinen Hobbyraum und bekomme schon beim letzten Treppenabsatz Gänsehaut. Der Duft von Holz hat bei mir berauschende Wirkung. Es gibt kaum Schöneres, als mit Mundschutz und Schutzbrille vor einer Kommode zu stehen, den Schwingschleifer in der Hand, Musik im Hintergrund, Lautstärke bis zum Anschlag. Stoßfels natürlich, was auch sonst.

„Noch ein klein wenig Geduld bitte, du freust dich bestimmt!“, erklärt Philipp. Da bin ich mir nicht so sicher. Er geht in Richtung Eingang des Fachgeschäfts. Ich bleibe wie angewurzelt stehen, da ich eine Menge Fragen habe, auf die beim besten Willen noch keine Antworten gefunden sind.
„Amelie? Nun komm schon!“, bitter er mich und hat dazu den berühmten Dackelblick aufgesetzt. Jeder etwas sensiblere Mann hat den drauf. Wirkt phänomenal und da ich mit einer gesunden Portion Neugier gesegnet bin, folge ich ihm – nicht ohne mich noch mal vergewissert zu haben, dass auch wirklich kein Thomas weit und breit zu erspähen ist.

Wir stehen mitten im Babyparadies. Eine nette Verkäuferin kommt mit einem Lächeln auf uns zu. Die übliche Prozedur: „Kann ich Ihnen behilflich sein?“ Ich schaue auf ihr Namensschild, das sie auf der linken Brustseite angetackert hat. Für meine Begriffe etwas zu weit mittig. Bei jedem Schritt, den Frau Lohegrien macht, hüpft das Namensschild bedenklich mit. Ihre Oberweite ist recht üppig. „Danke, Frau Lohegrien, das ist sehr freundlich. Wir schauen uns zunächst alleine um“, nehme ich das Zepter in die Hand. Ich muss jetzt wirklich dringend herausfinden, was hier los ist.

Philipp macht sich zielstrebig auf in den hinteren Bereich des Ladens. Wunderschöne Babybetten säumen unseren Weg. Außerdem eine große Auswahl an Wickelkommoden, Babyschränken und Co. Sieht nach guter Qualität aus, wie mein geschultes Auge sogleich erkennt. Für mich aber eindeutig zu kitschig. Wohin das Auge reicht, weiße Oberflächen in Kombi mit Blau oder Rosa. Das würde ich anders machen. Dabei sehe ich mich gedanklich schon in meinem Hobbykeller stehen. Vor mir eine alte Kommode aus den 1920er-Jahren, abgeschliffen, neu gebeizt und mit kleinen, feinen Details babytauglich optisch aufbereitet. Scheinbar unterliege ich aktuell dem Phänomen, von dem wir Frauen überall auf der Welt gleichermaßen betroffen sind: Halte einem weiblichen Wesen zwischen 18 und 90 Jahren irgendeine Babyausstattung vor die Nase, kriegen wir sofort Muttergefühle – ob wir wollen oder nicht. Funktioniert teilweise auch bei Dackelblick.

„Amelie, es gibt tolle Neuigkeiten!“ Philipp reißt mich aus meiner kurzzeitig hormonellen Entgleisung. Ich verschränke die Arme vor der Brust, recke den Kopf ein Stück nach oben. Ja, in der Körperhaltung bin ich bestens gewappnet für was auch immer kommen sollte. Meine Vorstandskollegen können das bezeugen. So positioniert, ist ganz schlecht Kirschen mit mir essen. In dem Moment kommt Miss Argument voll in Fahrt. Wie das endet, ist allseits bekannt. Philipp hebelt das bereits im Vorfeld aus. Er schaut Richtung Babyschrank, der direkt vor uns steht. Dabei macht er seltsame Bewegungen mit den Augen und Augenbrauen. Wie von Zauberhand lugt Marie hinter dem Schrank hervor. Offensichtlich ein abgekartetes Spiel zwischen den beiden.

„Marie, was machst du denn auch noch hier?“, will ich wissen. In dem Moment klingelt mein Handy. Ich hatte Brigitte versprochen, mich in Notfällen anrufen zu dürfen. Da ist Brigitte sehr verlässlich. Niemals würde sie mich dann wegen einer Kleinigkeit stören. Ich gehe also lieber mal ran.
„Frau Amelie, könnten Sie bitte ganz schnell herkommen? Es ist wirklich dringend!“, bittet sie mich. Ihre Stimme klingt angespannt.
„Selbstverständlich, Brigitte, ich bin schon auf dem Weg“, verspreche ich. Bleibt die Frage offen, was ich mit dem auf diese Entwicklung hin bedröppelt dreinschauenden Philipp machen soll. Marie indes hat auch schon Tränen in den Augen. „Mama, bitte bleib, wir müssen dir etwas Wichtiges sagen!“, fleht sie. Das ist einer der Augenblicke, in denen ich zwischen Mutter-Pflichten, Verantwortung als Ehefrau und Vorstandsmitglied abwägen sowie eine schnelle Entscheidung treffen muss.
„Ihr Zwei geht jetzt erst mal ein Eis essen. Da vorne ist ein Eiscafé. Ich fahre kurz in der Firma und schaue, was los ist. Spätestens um 17 Uhr bin ich wieder bei euch. Versprochen! Dann könnt ihr mit eurer Überraschung herausrücken, einverstanden?“

Meine Familie kennt mich. Daher sind die Tränen schnell wieder versiegt. Wenn ich sage 17 Uhr, stehe ich auch exakt zu diesem Zeitpunkt auf der Matte. Und keine Sekunde später! Sie befinden einstimmig, dass ein vor der Überraschung dazwischen geschobenes Eis kein Beinbruch sei. Zu dritt verlassen wir den Laden. „Auf Wiedersehen Frau Lohegrien“, verabschiede ich mich von der Verkäuferin, die sich gerade an einem Kinderwagen zu schaffen macht. Dunkelblau mit hellblauen Blütenapplikationen. Falls das für einen Jungen sein soll, waren die zuständigen Designer bei Kreation dessen wohl im Vollrausch. Hellblaue Blüten!? Wenn schon, dann doch bitte Rennautos, liebe Leute. Philipp macht sich mit Marie auf in Richtung Eiscafé, während ich in meiner Rennsemmel etwas zackiger als sonst durch Frankfurts Straßen düse. Kein Stau bis jetzt, das trifft sich gut.

 

FORTSETZUNG DER GESCHICHTE IN KAPITEL 10 …