Image Alt

Mitarbeiter*innen fordern und fördern

Menschen wollen gefordert werden – in dem Maße, wie die Aufgaben für sie auch machbar sind. Amelie platzt in der Damentoilette ungewollt in einen Streit zweiter Mitarbeiterinnen. Spontan überträgt sie ihnen eine Aufgabe, die beide zum Dream Team vereinen soll – und mit ihren sonstigen Aufgaben in der Firma rein gar nichts zu tun haben.

 

Leseprobe:

Zwei Kolleginnen stritten sich lautstark am Waschbecken darüber, dass die Handtrockner auf der Toilette neuerdings zugunsten von Papiertuchspendern ersetzt wurden. Eine davon offensichtlich ein Ökotyp mit völlig verfilzten Rastazöpfen, grün-weißem Flanellhemd und Fransenschal um den Hals. An den Füßen Jesusschlappen. Sie wirkte relativ ruhig, aber entschlossen:

„Die reinste Papierverschwendung. Schau doch mal, wie der Mülleimer schon wieder überquillt. Dabei ist gerade mal zehn Uhr durch.“ Ihr Gegenüber das krasse Gegenteil: falsche Wimpern, aufgeblasene Lippen, auch noch grellpink geschminkt. Ihre üppige Oberweite heftig zusammengepusht und nach oben gepresst. Das sah aus, als würden ihr die Dinger gleich ins Waschbecken hüpfen. An den Füßen schicke Sandaletten, Absatz sicher um die 14 Zentimeter, die Zehen vorne grausam zusammengequetscht. So etwas kenne ich nur als Bett- oder Sitzschuhe, und das auch nur in der Theorie. Sie war außer sich vor Wut. „Na, und? Dafür ist es hygienischer. Diese Luftpuster sind doch voll die Bakterienschleudern. Lieber ein paar Bäume mehr abholzen, als dass ich mir hier den Tod hole.“

In ihrer Kampfeslust merkten sie gar nicht, dass noch jemand drinnen auf der Toilette zugegen war. Erst als ich mich zu ihnen ans Waschbecken gesellte, verstummten sie. Ich konnte ihre Gedanken förmlich von der Stirn ablesen. „Verdammt, die Chefin. Was macht die denn bei uns auf dem Klo?“ „Sofern Sie Alternativen haben, teilen Sie mir diese gerne schriftlich in den kommenden 14 Tagen mit. Ich werde diese an die zuständige Stelle weiterleiten.“

 

Buch bestellen